
1945-1960: Durchgangslager für Geflüchtete
Mit dem Einmarsch der Alliierten am 13. April 1945 endete für Wipperfürth der Zweite Weltkrieg.
Ende 1945 wurde von der britischen Militärregierung in Wipperfürth ein Lager zum Zwecke der „Rheinländerrückführung“ eingerichtet;
Aufgrund der einsetzenden Vertreibung der Deutschen aus den Ostgebieten jedoch änderte sich die Funktion des Lagers sehr schnell; es wurde zum „Durchgangslager für Flüchtlinge“. Etwa 1 Million Menschen wurden bis 1960 durch den „Rangierbahnhof der Heimatlosen“ geschleust, der Anteil der rückzuführenden Rheinländer lag bei gerade einmal 3 Prozent.
Im November 1946 kamen täglich 1.600 bis 1.800 Menschen hier im Durchgangslager an, die auf Nordrhein- Westfalen verteilt werden sollten. Da dies gar nicht so schnell zu schaffen war, wurde das „Durchgangslager“ für zahlreiche Menschen zum Aufenthaltsort für viele Monate. Für einen längeren Aufenthalt war das Lager aber nicht ausgerüstet; so gab es weder Duschen noch Bäder; 30 bis 50 Menschen hausten in einem Raum; die Unterkünfte waren verlaust und verwanzt; wiederholt brachen Seuchen aus. Es gab natürlich auch nicht genug Platz in den Schulen, um allen Flüchtlingskindern den Unterrichtsbesuch zu ermöglichen. Ende 1950 war fast jeder vierte Einwohner von Wipperfürth und Klüppelberg ein Vertriebener; 1951 registrierte man 902 wohnungssuchende Familien mit 2583 Personen.
Die dargestellte Video-Szene soll veranschaulichen, wie emotional Familienzuammenführungen von Geflüchten - nach all den Wirren des Krieges - hier am Bahnhof gewesen sein können.
infoWas kann ich hier machen?
Halten Sie Ihre Kamera auf das mittlere Tor des Verladebahnhofs.
Tauchen Sie dadurch ein in den November 1946 - einer Zeit, in der viele geflüchtete Deutsche aus den Ostgebieten hier eintrafen.
Erleben Sie, welch ergreifende Szene einer Familie sich hier so abgespielt haben könnte.